Smart-Meter-Vernetzung für EVU: Case Study Energie Kestenholz
Sichere Messdatenkommunikation mit Glasfaser, 1-Gbit/s-Anbindung, redundanten Ring-Stacks und isoliertem Netzsegment
Smart Metering ist für Energieversorger nicht nur ein Zählerprojekt. Entscheidend ist die Kommunikationsinfrastruktur dahinter: Messdaten müssen zuverlässig übertragen, Systeme sauber getrennt, Störungen schnell abgefangen und künftige Gerätegenerationen integrierbar bleiben.
Für Energie Kestenholz im Kanton Solothurn realisierte Infra-Com eine sichere und skalierbare Smart-Meter-Netzwerkinfrastruktur. Die Lösung verbindet bis zu 672 Smart-Manager über eine dedizierte Glasfaserarchitektur mit 1-Gbit/s-Anbindung, 14 Huawei-Switches, 3 redundanten Ring-Stacks, einer zentralen Next-Gen-Firewall, einem isolierten Netzsegment und vorkonfigurierter Ersatzhardware.
Kurzfassung der Case Study
Diese Case Study zeigt, wie ein Schweizer Energieversorger seine Smart-Meter-Kommunikation technisch abgesichert hat. Statt einzelne Geräte nur anzubinden, wurde eine belastbare Netzwerkarchitektur geschaffen: redundant, segmentiert, firewallgeschützt, skalierbar und auf den laufenden Rollout vorbereitet.
Das Ergebnis ist eine Smart-Meter-Infrastruktur, die Messdaten sicher zur Cloud-Plattform überträgt, Ausfallrisiken reduziert und den weiteren Ausbau unterstützt.
Projekt auf einen Blick
| Kunde | Energie Kestenholz |
| Standort | Kanton Solothurn |
| Projektziel | Sichere und skalierbare Smart-Meter-Kommunikation |
| Anwendung | Vernetzung von Smart-Managern mit der EVUlution Cloud-Plattform |
| Umfang | Bis zu 672 Smart-Manager |
| Anbindung | Dedizierte 1-Gbit/s-Anbindung |
| Netzwerkkomponenten | 14 Huawei-Switches |
| Architektur | 3 redundante Ring-Stacks |
| Sicherheit | Next-Gen-Firewall und isoliertes Netzsegment |
| Betriebssicherheit | Vorkonfigurierte Ersatzhardware vor Ort |
| Umsetzung | Start Januar 2025 |
| Status | Über 100 Geräte kurz nach Start erfolgreich integriert, weiterer Ausbau fortlaufend |
Ausgangslage: Smart Meter brauchen eine sichere Kommunikationsbasis
Energieversorger stehen beim Smart-Meter-Rollout unter Zeit- und Qualitätsdruck. Die Zähler und Smart-Manager müssen nicht nur installiert werden. Sie müssen zuverlässig, sicher und langfristig betreibbar kommunizieren.
Bei Energie Kestenholz ging es deshalb nicht um eine einfache Netzwerkanbindung. Gesucht war eine Infrastruktur, die den laufenden Rollout unterstützt und gleichzeitig die Anforderungen eines EVU erfüllt:
Der Zeitdruck ist real: Schweizer Netzbetreiber müssen bis Ende 2027 80 % der Messeinrichtungen in ihrem Netzgebiet durch intelligente Messsysteme ersetzen.
Die zentrale Frage lautete:
Wie lässt sich eine Smart-Meter-Infrastruktur so aufbauen, dass sie nicht nur heute funktioniert, sondern den gesamten Rollout und künftige Anwendungen zuverlässig trägt?
Herausforderung: Sicherheit, Verfügbarkeit und Skalierung gleichzeitig lösen
Smart-Meter-Kommunikation stellt andere Anforderungen als ein klassisches Unternehmensnetzwerk. Es geht um viele verteilte Geräte, sensible Messdaten, zentrale Plattformanbindung und eine Betriebsumgebung, in der Ausfälle möglichst vermieden werden müssen.
Für Energie Kestenholz waren vier Punkte entscheidend:
1. Sichere Datenkommunikation
Die Messdatenkommunikation musste geschützt und kontrolliert erfolgen. Dafür brauchte es eine zentrale Sicherheitsarchitektur mit Firewall und klarer Netztrennung.
2. Hohe Ausfallsicherheit
Einzelne Komponenten sollten nicht zum Risiko für den gesamten Betrieb werden. Deshalb wurde die Architektur redundant aufgebaut.
3. Skalierbarkeit im Rollout
Die Infrastruktur musste nicht nur die ersten Geräte aufnehmen, sondern auf bis zu 672 Smart-Manager ausgelegt sein.
4. Betriebsfähigkeit im Störungsfall
Für ein EVU zählt nicht nur die technische Lösung, sondern auch die Frage: Wie schnell kann im Störungsfall reagiert werden? Vorkonfigurierte Ersatzhardware vor Ort reduziert Abhängigkeiten und Reaktionszeiten.
Aufgabe: Smart-Manager zuverlässig mit der Cloud verbinden
Das Projektziel war klar: Die Smart-Manager von Energie Kestenholz sollten zuverlässig und geschützt mit der Cloud-Plattform von EVUlution verbunden werden.
Dafür musste Infra-Com eine Netzwerkarchitektur realisieren, die drei Aufgaben erfüllt:
In der finalen Ausbaustufe werden über 600 Smart-Manager vom PoP aus erschlossen und integriert.
Lösung: Redundante Smart-Meter-Architektur mit Glasfaser
Infra-Com realisierte eine dedizierte Glasfaser- und Netzwerkinfrastruktur für die Smart-Meter-Kommunikation.
Kern der Lösung sind 14 Huawei-Switches, die in 3 redundanten Ring-Stacks aufgebaut wurden. Die Stacks sind über eine zentrale Next-Gen-Firewall mit der Cloud-Plattform verbunden. Die Smart-Meter-Kommunikation läuft in einem isolierten Netzsegment, getrennt von anderen Netzbereichen.
Zusätzlich wurde vorkonfigurierte Ersatzhardware vor Ort bereitgestellt, damit im Störungsfall schneller reagiert werden kann.
Architekturbausteine
Redundante Ring-Stacks
Die drei Ring-Stacks erhöhen die Verfügbarkeit der Infrastruktur. Fällt eine Komponente aus, reduziert die redundante Architektur das Risiko, dass die Smart-Meter-Kommunikation grossflächig beeinträchtigt wird.
Dedizierte 1-Gbit/s-Anbindung
Die dedizierte Anbindung schafft Reserven für zuverlässige Datenübertragung und künftige Erweiterungen. Damit bleibt die Infrastruktur auch bei wachsendem Rollout belastbar.
Next-Gen-Firewall
Die zentrale Firewall schützt die Kommunikation zwischen Smart-Meter-Infrastruktur und Cloud-Plattform. Sie unterstützt kontrollierte Datenflüsse und erhöht die Sicherheit der Messdatenkommunikation.
Isoliertes Netzsegment
Die Smart-Meter-Infrastruktur wurde logisch von anderen Netzbereichen getrennt. Diese Segmentierung vereinfacht Betrieb, Wartung und Sicherheitskontrolle.
Ersatzhardware vor Ort
Vorkonfigurierte Ersatzkomponenten ermöglichen schnellere Reaktion im Störungsfall. Das reduziert Betriebsrisiken und unterstützt eine höhere Verfügbarkeit.
Projektumsetzung: Von Installation bis laufendem Rollout
Die Umsetzung startete planmässig im Januar 2025. Infra-Com installierte, konfigurierte und nahm Switches, Firewalls und SFPs vor Ort in Betrieb.
Anschliessend begann die Anbindung der Smart-Manager durch die beauftragten Elektrofachkräfte. Bereits nach kurzer Zeit waren über 100 Geräte erfolgreich integriert. Der weitere Ausbau erfolgt fortlaufend und planmässig.
Diese Vorgehensweise war wichtig, weil die Netzwerkinfrastruktur früh betriebsbereit sein musste, während die Geräteintegration schrittweise weiterlief.
Ergebnis: Belastbare Infrastruktur für bis zu 672 Smart-Manager
Mit der realisierten Architektur verfügt Energie Kestenholz über eine sichere, skalierbare und betrieblich robuste Smart-Meter-Kommunikation.
Erreicht wurden:
Für Energie Kestenholz wurde damit die Smart-Meter-Kommunikation nicht als isolierte Geräteanbindung umgesetzt, sondern als sichere, skalierbare und betrieblich wartbare EVU-Netzwerkarchitektur.
Nutzen für Energieversorger
Mehr Betriebssicherheit
Redundante Ring-Stacks und Ersatzhardware reduzieren das Risiko längerer Unterbrüche.
Höhere Sicherheit
Firewall und Netzsegmentierung schützen die Smart-Meter-Kommunikation und trennen sie von anderen Netzbereichen.
Skalierbarer Rollout
Die Architektur ist auf Wachstum ausgelegt und unterstützt die Integration weiterer Smart-Manager.
Bessere Wartbarkeit
Eine klare Netzstruktur erleichtert Betrieb, Erweiterung und Fehlersuche.
Zukunftsfähige Infrastruktur
Die Lösung schafft eine Grundlage für weitere EVU-Anwendungen wie Smart Grid, Sensorik, Photovoltaik-Integration oder E-Mobilität.
Was andere EVU aus dem Projekt lernen können
Smart-Meter-Projekte sollten nicht nur vom Zähler her gedacht werden. Entscheidend ist die Kommunikationsarchitektur, die den Rollout trägt.
Für EVU und Gemeindewerke ergeben sich fünf zentrale Learnings:
Smart Metering braucht Netzsegmentierung
Messdatenkommunikation sollte sauber von anderen Netzbereichen getrennt werden.
Redundanz gehört früh ins Design
Ausfallsicherheit lässt sich nachträglich meist nur mit höherem Aufwand ergänzen.
Cloud-Anbindung braucht Sicherheitsarchitektur
Firewall, kontrollierte Datenflüsse und klare Verantwortlichkeiten sind entscheidend.
Rollout und Betrieb müssen zusammen geplant werden
Eine Lösung muss nicht nur installierbar, sondern langfristig wartbar sein.
Ersatzhardware ist Teil der Betriebssicherheit
Vorkonfigurierte Komponenten vor Ort verkürzen Reaktionszeiten im Störungsfall.
Vom Smart-Meter-Projekt zur skalierbaren EVU-Netzarchitektur
Diese Case Study zeigt, wie eine sichere Smart-Meter-Kommunikation bei Energie Kestenholz umgesetzt wurde. Wenn Sie nicht nur ein einzelnes Smart-Meter-Projekt, sondern Ihre gesamte Kommunikationsinfrastruktur für Smart Metering, Betriebsdaten, kritische Standorte, Glasfaser, Monitoring und Betrieb prüfen möchten, finden Sie hier die passende Übersicht:
Skalierbare Netzwerke für EVU, Gemeindewerke und kritische Infrastruktur planen
Für wen ist diese Case Study relevant?
Diese Case Study ist besonders relevant für:
Warum Infra-Com?
Infra-Com verbindet Netzplanung, Netzbau, Glasfaser, ICT-Infrastruktur und Betriebserfahrung. Genau diese Kombination ist bei Smart-Meter-Projekten entscheidend: Die Infrastruktur muss technisch sauber geplant, sicher umgesetzt, dokumentiert und im Betrieb beherrschbar sein.
Infra-Com unterstützt EVU und Gemeindewerke bei:
FAQ: Smart-Meter-Vernetzung für EVU
Was zeigt diese Smart-Meter-Case-Study?
Sie zeigt, wie Infra-Com für Energie Kestenholz eine sichere und skalierbare Smart-Meter-Kommunikation realisierte. Die Infrastruktur verbindet bis zu 672 Smart-Manager über eine dedizierte Glasfaser- und Netzwerkarchitektur mit Cloud-Anbindung.
Warum brauchen Smart Meter eine eigene Kommunikationsinfrastruktur?
Smart Meter übertragen sensible Messdaten und müssen zuverlässig mit zentralen Systemen kommunizieren. Eine eigene oder logisch getrennte Infrastruktur erhöht Sicherheit, Verfügbarkeit und Wartbarkeit.
Welche Rolle spielt Glasfaser bei Smart Metering?
Glasfaser bietet hohe Bandbreite, geringe Latenz und langfristige Erweiterbarkeit. Für EVU ist sie eine stabile Basis für Smart-Meter-Kommunikation, Betriebsdaten und weitere digitale Anwendungen.
Wie wird die Sicherheit der Smart-Meter-Kommunikation erhöht?
In diesem Projekt wurden eine zentrale Next-Gen-Firewall, ein isoliertes Netzsegment und eine klare Netzwerkarchitektur umgesetzt. So werden Datenflüsse kontrolliert und Smart-Meter-Systeme von anderen Bereichen getrennt.
Wie wird Ausfallsicherheit erreicht?
Ausfallsicherheit entsteht durch redundante Ring-Stacks, robuste Netzwerkkomponenten und vorkonfigurierte Ersatzhardware vor Ort. Dadurch können Risiken reduziert und Störungen schneller behoben werden.
Für wie viele Geräte ist die Lösung ausgelegt?
Die Infrastruktur ist auf die Vernetzung von bis zu 672 Smart-Managern ausgelegt. Bereits kurz nach Projektstart waren über 100 Geräte erfolgreich integriert.
Wann sollte ein EVU seine Smart-Meter-Architektur prüfen lassen?
Idealerweise vor oder während des Rollouts. Besonders wichtig ist die Prüfung, wenn viele Geräte angebunden werden, Cloud-Kommunikation geplant ist, Sicherheitsanforderungen steigen oder bestehende Netze historisch gewachsen sind.
Ist Ihre Smart-Meter-Kommunikation bereit für den Rollout bis 2027?
Infra-Com prüft mit Ihnen, ob Ihre Glasfaser-, Netzwerk- und Sicherheitsarchitektur für Smart Metering, Cloud-Anbindung, Segmentierung und Betriebssicherheit ausgelegt ist.
Im Smart-Meter-Architektur-Check prüfen wir mit Ihnen: